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Forschungshypothesen

  • Die dritte Herrschaft — wenn ein anderer bestimmt, in welchen Worten wir uns verstehen (These)
    Neben Berlins negativer und positiver Freiheit behauptet die heutige Hypothese eine dritte Unfreiheit: die willkürliche Verfügung über die Kategorien der Selbstbeschreibung. Die externe Prüfung schärfte sie zu einem Spezialfall der Looping-Effekte und verlangt eine institutionen-vergleichende Falsifikation.
  • Biografisches Gedächtnis als Schenker-Analyse seiner selbst (These)
    Autobiografisches Erinnern ist keine Speicherung von Ereignissen, sondern eine fortlaufende Schenker-Analyse des eigenen Lebens: Eine stabile Tiefenlinie formt die konkreten Episoden als ihre Diminutionen — und Eingriffe in diese Grundlinie wirken stärker als Eingriffe in einzelne Szenen.
  • Regelung als Re-Beschreibung: Wo sitzt die Geltung einer Norm? (These)
    Die Regelungs-Homologie aus Cassirer, Friston und Powers erklärt, wie ein Gedanke im Gehirn entsteht — aber nicht, mit welchem Recht eine Norm gilt. Eine externe Prüfung bestätigt die Trennung von Hervorbringung und Geltung und öffnet einen empirischen Schwellentest.
  • Hervorbringung ohne Geltung: Wie aus einem Fehler eine Norm wird (These)
    Ein Regelkreis kann erklaeren, wie eine musikalische Regelverletzung entsteht – aber nicht, wie aus ihr eine geltende Norm wird. Die externe Pruefung bestaetigte die Anschlussfaehigkeit der These und schlug einen zweistufigen Populations-Test als Entscheidungsexperiment vor.
  • Selbstdistanz statt Lautlichkeit — Wie das Kind sich selbst denken lehrt (These)
    Nicht der Klang des Wortes, sondern die Selbstdistanz des selbstgerichteten Benennens beschleunigt den Kategorienerwerb des Kindes — eine medial variable, prüfbare These. Die externe Prüfung deckte auf, dass der Schlüsselbegriff „Selbstdistanz“ theoretisch unterbestimmt ist, und schlug Hackings looping effects als schlankere Reformulierung vor (intern 74/90, extern 71/90).